Gerade 2017 fällt es auf: zahlreiche Turniere oder Zuchtschauen wurden abgesagt. Der Grund: zu wenige Nennungen. Und hinterher das große Gezeter, dass abgesagt wurde weil doch der oder der auch noch kommen wollte und schon noch genannt hätte.

DAS ist das große Problem. Bei uns gibt es ein Sprichwort: Der Wenn und der Hätte haben noch nie etwas gehabt.

Die Realität sieht so aus:

Der Nennschluss ist vier Wochen vor der Show. An diesem Tag liegen uns vielleicht 5, vielleicht 10 oder sogar 15 Nennungen vor. Daraus errechnen wir einen Nennwert, der bei XXX Euro liegt. Dem gegenüber stellen wir dann die Kosten für Richter, Ringsteward, Sprecher, Helfer, Meldestelle, Anlage, Schleifen & Pokale, Boxenzelt, Anmeldung Stadt, Anmeldung VetAmt, Gema, etc. Gleicht sich das in etwa aus, findet die Veranstaltung statt. Stehen die Ausgaben weit über den vorliegenden zu erwartenden Einnahmen, wird abgesagt. Bei Zuchtschauen wird vom zuständigen Verband eine Mindestzahl an Teilnehmern vorgegeben. Wird diese nicht erreicht, erfolgt die Absage. Für ein Turnier ermittelt sich diese Mindestzahl aus dem finanziellen Aufwand und der sich daraus benötigten Anzahl an Teilnehmern / Starts. Als Beispiel führe ich das kürzlich abgesagte APHA Turnier an, bei dem die laut vorliegenden Nennungen zu erwartenden Einnahmen gerade so die Kosten für Richter und Ringsteward abgedeckt hätten und sonst nichts! Vorausgesetzt: alle wären gekommen und hätten bezahlt. Für mich als Nennstelle und für den Veranstalter zeigte sich ein Bild, dass uns eindeutig sagt: wir haben kein Interesse! Wenn einem Veranstalter so etwas öfter passiert, ist es mehr als verständlich, dass dieser verzweifelt aufgibt oder – wie jetzt auch erst kürzlich passiert – ein ganzer Vorstand zurücktritt.

Es sind tatsächlich die Teilnehmer die mit ihrer Art nicht termingerecht zu nennen die Turniere zu Fall bringen, egal wie gut das Team sich engagiert, für die Show wirbt oder sich in der Luft zerreißt, um unmögliches möglich zu machen. Mein Lieblingsspruch: „Ich warte auf die Starterzahlen, dann entscheide ich ob ich nenne“.

Leute, ohne Nennungen gibt es keine Starterzahlen! Ganz einfach. Es gibt einen Nennschluss, und das aus gutem Grund gut vier Wochen vor einem Turnier. Der Zeitpunkt ist nicht dazu da um Teilnehmer zu ärgern und sie vier Wochen vor der Show zu etwas zu verpflichten.

Der Zeitpunkt ist deshalb so gewählt, weil in diesen vier Wochen noch viel geschieht um ein Turnier / eine Zuchtschau erfolgreich ablaufen zu lassen und Euch Teilnehmer so ein schönes Event zu präsentieren.

Nennschluss (4 Wochen vor der Show):

Nennschluss heißt, dass das Gros an Nennungen spätestens an diesem Tag bei der Nennstelle auf dem Schreibtisch liegt bzw. idealerweise sogar schon bearbeitet und elektronisch erfasst ist. Die erste Zahl ist an diesem Tag die Anzahl der vorliegenden Nennungen und ein ungefährer Wert der abgegebenen Nennungen. Diese Zahlen entscheiden über Absage oder Durchführung der Veranstaltung.

1.Woche nach Nennschluss:

Liegen die Nennungen termingerecht vor, dann ist die Nennstelle drei bis vier Tage nach Nennschluss in der Lage, erste Starterzahlen zu veröffentlichen und an den Veranstalter weiterzuleiten. Genau diese Zahlen benötigt der Veranstalter, die korrekte Menge an Schleifen und Pokalen zu bestellen. Wenn es eine Meisterschaft ist, dann muss er auch wissen für welche Klassen er Meisterschaftsschärpen und/oder Medallien bestellen muss. Außerdem verwendet der Veranstalter diese Zahlen zur Bestellung von Programmheften, zur endgültigen Bestellung des Boxenzeltes.

Jetzt ist der erste Lieferant dran, der Schleifenproduzent, der die Dinger ja auch nicht fix und fertig auf Lager hat, um die innerhalb von 24 Stunden auszuliefern. Je nach Größe der Show benötigt der Lieferant zwischen 1 und 3 Wochen zur Produktion der Schleifen, Schärpen, Medallien und Pokale. Universell gestaltete Schleifen und Pokale sind schneller fertig als individuell nach Klasse bestellte Preise.

Der zweite Lieferant, der Programmheftgestalter, macht sich an das endgültige Layout, damit das Heft zeitgerecht in die Druckerei gehen kann. Seine Arbeitszeit dauert auch 1-2 Wochen, je nachdem was das Programmheft für einen Umfang hat. Dabei gehen wir davon aus, dass die Pattern schon vorab fix und fertig gezeichnet und vom Richter abgesegnet sind.

Nachnennungen in dieser Woche können noch problemlos ins Programmheft und in die Schleifenbestellung mit eingepflegt werden.

Außerdem bucht der Veranstalter jetzt endgültig die Unterkünfte für die Richter und Helfer des Turniers.

2.Woche nach Nennschluss:

Die Nennstelle und der Veranstalter planen den endgültigen Ablauf der Show, da annähernd fixe Starterzahlen vorliegen. Jetzt eingehende Nachnennungen können – sofern das Programmheft noch nicht in Druck ist – in das Heft eingebracht werden, eine Bestellung zusätzlicher Schleifen ist jetzt nicht mehr nötig. Ab jetzt fallen für den Veranstalter richtige Kosten an: Die Rechnung für die Anzahlung der ersten Hälfte Boxenzeltgebühren fällt an. Die Druckerei verlangt Vorkasse und auch der Schleifenlieferant und/oder Anlagenbetreiber fordert evtl. eine Anzahlung. Viele organisatorische Dinge werden vom Veranstalter jetzt noch durchgeführt.

3.Woche nach Nennschluss:

Veranstalter und Nennstelle bereiten sich auf die Show vor. Es wird gepackt, Nennunterlagen zusammengestellt, Startnummern sortiert. Veranstalter und Nennstelle reisen zum Veranstaltungsgelände. Jetzt eintreffende Nachnennungen werden für Schleifen und Pokale nicht mehr berücksichtigt und werden meist auch erst vor Ort dann erfasst. Vor Ort wird alles aufgebaut und hergerichtet. Meldestelle wird eingerichtet und zum laufen gebracht. Sponsoren von Sachpreisen werden besucht um diese abzuholen, Richter werden am Flughafen / Bahnhof abgeholt und die Helfer werden für das kommende Wochenende instruiert.

4.Woche nach Nennschluss:

Jetzt findet das Turnier statt, bei dem dann hoffentlich alles glattgeht, jeder ab dem 6.Platz seine Schleife und jeder 1.Platz zusätzlich seinen Pokal bekommt. Bei Meisterschaften bekommt jeder Meister seine Schärpe und/oder Medallie und muss nicht warten, bis die nachbestellt ist. Alle haben wie gewünscht ihre Boxen mit Stroh oder Späneeinstreu und sind glücklich und zufrieden, und sowohl Teilnehmer als auch das Showteam hat ein schönes, wenn auch arbeitsreiches Wochenende.

Wäre das nicht schön?

Eine Rechnung extra für euch:
Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Anlage: Halle, evt. 2. Halle, Platz, Stallzelt und vorhandenes Equipment (Stangen,Kegel,Tor,Brücke usw.)

 

 2-Richter Show APHA / Rasseoffen mit deutschen Richtern 2 Tage  

Stallzelt mit 24 Boxen a 100.- = 2400 € plus Anfahrt und Auf / Abbau (ca. 500.-)

2,900.-€

Pokale 25o Stk a 5.-€

1,250.-€

Schleifen  1500 Stk a 1,75€

2,625.-€

Anlage 500.- tägl. 3 Tage benötigt

1,500.-€

Meldestelle 500.- plus Unterkunft und Verpflegung

0,500.-€

2 Richter pro Richter 450.- am Tag plus 2 x Übernachtung und Verpflegung

1,800.-€

2 Ringstewarts pro Ringstewart 100.- am Tag  plus Unterkunft und Verpflegung

0,400.-€

Doorman  100 € TAG   plus Unterkunft und Verpflegung

0,200.-€

Sprecher 250 tägl.  plus Unterkunft und Verpflegung

0,500.-€

Heu und Einstreu für Teilnehmer

0,500.-€

 gesamt für eine 2-Richter Show:

12,175.-€

Dazu kommen noch die Unterkünfte sowie die Verpflegung und Getränke der Helfer sowie andere Nebenkosten!


 

 1-Richter Show APHA / Rasseoffen mit deutschem Richtern 2 Tage  

Stallzelt mit 24 Boxen a 100.- = 2400 € plus Anfahrt und Auf / Abbau (ca. 500.-) = ca 2900.-€

2,900.-€

Pokale 150 Stk a 5.-€

0,750.-€

Schleifen  900 Stk a 1,75€

1,575.-€

Anlage 500.- tägl. 3 Tage benötigt

1,500.-€

Meldestelle 500.- plus Unterkunft und Verpflegung

0,500.-€

Richter 450.- am Tag plus 2 x Übernachtung und Verpflegung

0,900.-€

Ringstewart 100.- am Tag  plus Unterkunft und Verpflegung

0,200.-€

Doorman  100 € TAG   plus Unterkunft und Verpflegung

0,200.-€

Sprecher 250 tägl.  plus Unterkunft und Verpflegung

0,500.-€

Heu und Einstreu für Teilnehmer

0,500.-

 gesamt für eine 1-Richter Show:

8,025.-€

Dazu kommen noch die Unterkünfte sowie die Verpflegung und Getränke der Helfer, sowie weitere Nebenkosten!

Vielleicht versteht ihr jetzt, warum die Meldestellen und Veranstalter bis zum Nennschluß genug verbindliche und bezahlte Nennungen benötigen.