Aus gegebenen Anlass jedes Jahr aufs Neue:

 

Liebe Reiter,
Liebe Freunde des Reitsports,
Liebe Verkehrsteilnehmer,

besonders in der derzeitigen Turnier- und Decksaison sieht man tagtäglich Pferdeanhänger auf den Straßen. Auch wir sind nahezu täglich mit unseren Vierbeinern unterwegs und machen leider bei jeder Fahrt unangenehme, ärgerliche und auch gefährliche Erfahrungen mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Auf den Straßen wird gerast, gedrängelt, überholt, ausgebremst und geschnitten. Für einen Fahrer mit Pferdeanhänger und das verladene Pferd können die Folgen katastrophal und lebensgefährlich sein.

Relampago do Ritiro, der Lusitano, der auch Olympia bestritt, starb 2011 in einem Straßengraben in der Nähe von Hamm, nachdem ein rücksichtsloser Verkehrsteilnehmer das Gespann geschnitten hatte und der Anhänger seitlich in einen Graben kippte. Aufgrund der Schwere der Verletzungen musste das Tier direkt vor Ort euthanasiert werden. Ein solch tragisches Unglück ist nicht nur wahnsinnig traurig, sondern kann für den Verursacher auch sehr teuer werden. In diesem Fall wurde der Wert des Pferdes auf rund 2 Millionen Euro geschätzt. Ein Glück, die Fahrerin blieb körperlich unverletzt.

Das Pferd ist ein Fluchttier und selbst eine ruhige Fahrt bedeutet für die meisten Tiere Stress. Dennoch kann es unabdingbar notwendig sein, ein Pferd zu transportieren. Beispielsweise in die Klinik. Insbesondere ein krankes Pferd ist auf die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer angewiesen, da es sich noch schlechter ausbalancieren kann.

Viele von Euch haben bereits schonmal ein Pferd transportiert und wissen daher genau was es bedeutet ein 600kg schweres Tier im Straßenverkehr zu führen. Vorausschauendes Fahren ist das A & O, die Konzentration wird immens gefordert. Dabei ist ein Anhänger mit Pferd viel schwieriger zu beherrschen als beispielsweise ein Wohnwagen. Pferde stehen nicht immer ruhig auf dem Anhänger und insbesondere in Kurven oder bei Bremsmanövern fällt es ihnen nicht immer leicht sich auszubalancieren. Diese zusätzlichen Kräfte des Pferdes wirken auf das Gespann und die Bewegungen müssen vom Fahrer ausgeglichen werden. Durch abrupte Bremsungen oder Ausweichversuche wird die Situation verschärft, der Anhänger kann ins Schlingern geraten oder sogar umkippen und auch ein stärkeres Zugfahrzeug mit sich reißen. Eine solche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer und das Pferd kann vermieden werden, wenn alle Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden und vielleicht besser informiert wären.

Wir haben uns ein paar Punkte überlegt, die unwissende Verkehrsteilnehmer informieren und um mehr Rücksichtnahme bitten sollen:

BITTE DENKEN SIE IMMER DARAN, DASS DAS PFERD EIN FLUCHTTIER IST. EINE UNRUHIGE FAHRT BEDEUTET STRESS ODER SOGAR GROßE ANGST FÜR DAS TIER.

1. UM ABRUPTEN BREMSMANÖVERN VORZUBEUGEN, HALTEN FAHRER EINES PFERDEANHÄNGERS EINEN VERGRÖßERTEN SICHERHEITSABSTAND ZUM VORDERMANN. BITTE ZIEHEN SIE NICHT IN DIESE WICHTIGE SICHERHEITSLÜCKE!

2. BITTE SCHEREN SIE NICHT VOR EINEM PFERDEANHÄNGER EIN UND SCHNEIDEN DAS GESPANN. SIE PROVOZIEREN DAMIT EINE FÜR DAS PFERD MÖGLICHERWEISE LEBENSGEFÄHRLICHE BREMSUNG!

3. BITTE KÜNDIGEN SIE IHR ABBIEGEN FRÜHZEITIG DURCH DAS SETZEN EINES BLINKERS AN. EIN ZUGFAHRZEUG MIT PFERDEANHÄNGER HAT EINEN VIEL LÄNGEREN BREMSWEG!

4. BITTE LASSEN SIE EIN ZUGFAHRZEUG MIT PFERDEANHÄNGER GROßZÜGIG AUF SCHNELLSTRAßEN UND AUTOBAHNEN AUFFAHREN. SCHNELLES BESCHLEUNIGEN KANN EIN PFERD EBENSO SCHWER AUSBALANCIEREN WIE PLÖTZLICHES BREMSEN.

5. BITTE VERMEIDEN SIE ES DEN PFERDEANHÄNGER UND DAMIT DAS PFERD ANZUHUPEN ODER MIT EINER "LICHTHUPE" ZU ERSCHRECKEN. SIE LÖSEN BEI DEM TIER PANIK AUS!

Wir würden uns wünschen, dass wir mit diesem Beitrag vielleicht etwas sensibilisieren und die Rücksicht auf diejenigen stärken können, die mit einem Pferdeanhänger unterwegs sind.

Eine kleine Erinnerung an alle Verkehrsteilnehmer:

Der § 1der Grundregeln der StVO legt folgendes fest:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Zusammen können wir die Straßen sicherer machen.


[Quelle: "Gutshof Tidemann" / Facebook ]