Auch dieses Jahr feierten die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 zusammen mit Musikern und Sängern der Berchtesgadener und Chiemgauer Region die Vorweihnachtszeit.

Die „Reichenhaller Stallweihnacht“ ist gute und lange Tradition und  weit über die Grenzen des Berchtesgadener Landes bekannt. Jährlich mehr als 3.000 Besucher kommen zu den  vier Vorstellungen, die in der Regel ausverkauft sind. Man muss schnell sein, um eine der begehrten Eintrittskarten zu ergattern.  In der Reithalle wird jedes Jahr wieder eine alpenländischen Kulisse mit zwei kleinen Blockhütten und einem richtigen Wald aufgebaut. Dort kümmern sich die in Felle und Lederhosen gekleideten Hirten um ihre Schafe und Ziegen. Ochs und Esel, in dem Fall ein Muli des EAZ, stehen friedlich in ihrem Stall und knabbern gemütlich am bereitgelegten Heu. Am Himmel, bzw. der Decke der Reithalle, leuchtet der Weihnachtsstern. Er zeigt den Weg  zu der Blockhütte, in dem Maria und Josef an der Krippe stehen. Ein Engel, der über dem Wald "schwebt", weist den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg.  Eindrucksvoll erzählen die Soldaten die Geschichte der Weihnacht. Die „Reichenhaller Stallweihnacht“ ist und bleibt eine besonders stimmungsvolle, im alpenländischem Rahmen inszenierte, Aufführung zur Adventszeit.
1962 fand die Tradition der Stallweihnacht ihren Anfang:  Damals schmückten die Reichenhaller Tragtierführer einen kleinen Haferkarren mit Leckereien für ihre Tiere und sich selbst. In der Stallgasse stellten sie einen kleinen Weihnachtsbaum auf.  Zusammen mit ihren Tieren feierten sie in der Kaserne das Weihnachtsfest. In den 1970er Jahren konnte dann die Öffentlichkeit das Weihnachtsspiel erstmals miterleben. Bis heute besteht diese besondere Stimmung und das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Mensch und Tier, von Soldaten und Öffentlichkeit .  

Matthias Freiberg von TFR Colored Ranch Horses ist einer der Hirten. Im Dienstalltag ist der Oberstabsgefreite Reiter im Reitzug. Er kümmert sich um die Pflege aber auch um die Ausbildung der Haflinger und Mulis. „Es ist bereits meine siebte Stallweihnacht und ich hab' immer noch viel Freude beim Krippenspiel mitzumachen“, sagt der Oberstabsgefreite, der auch bei den Tragtieren eingesetzt wird. Seit seinem dritten Lebensjahr reitet er und hat zuhause sechs Pferde und zwei Ponys stehen. Seine dienstliche Verwendung im Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 ist für ihn daher ein Traumjob bei der Bundeswehr.